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Mit Prince of Persia: Rival Swords ist der erste Teil der Reihe für Nintendos Wii erschienen? Der erste Teil? Nein, denn eigentlich handelt es sich um eine Portierung von Prince of Persia: The Two Thrones für die neue Nintendo Konsole, der nur ein neuer Name spendiert wurde. Ob es dennoch ein gutes Spiel geblieben ist und wie Ubisoft die Steuerung für diesen Actiontitel hinbekommen hat, erfahrt ihr in unserem Review.
Back to the roots
Das Leben des Prinzen ist wahrlich nicht leicht. Andauernde Kämpfe gegen alle möglichen Ausgeburten der Hölle, sowie jede Menge Sand zwischen den Zehen, fordern seinen Tribut. Müde und erschöpft kehrt der Prinz mit seiner Gefährtin Kaleena zurück nach Babylon. Doch als sie den Heimathafen ansegeln, schlägt die Vorfreude auf sein geliebtes Heim in blankes Entsetzen um. Seine Stadt brennt lichterloh an allen Ecken und gleicht einem Schlachtfeld. Dieser Moment des Schocks wird nun auch noch intensiviert, denn in seiner Fassungslosigkeit wird plötzlich sein Schiff angegriffen und schlägt hart gegen die Hafenmauer der Stadt. Zu allem Entsetzen wird seine Begleiterin an eine andere Stelle des Hafens verschleppt und von einigen Schurken entführt. Schnell wird dem Prinzen klar, dass sein Urlaub vorbei ist und er seine Geliebte aus den Fängen des Bösen befreien muss.
Prinz ‚Gelenkig‘
Und schon ist man mitten im Spielgeschehen. Ihr steuert den Prinzen und müsst als erstes die Steuerung des Spiels erlernen. Anders als bei anderen Ubisoft Titeln, die für die Wii bereits erschienen sind, ist die Steuerung diesmal genial und durchdacht. Ihr lauft wie gewohnt mit dem Nunchuck. Aktionen wie Springen, Festhalten, Rollen etc. macht der Prinz, wenn ihr den A-Knopf drückt. Waffen zieht ihr über Z und der Angriff erfolgt durch Schwingen der WiiMote und des Nuchchucks, wobei die WiiMote für eure primäre Waffe und der Nunchuck für eine sekundäre Waffe steht. Später im Spiel erhaltet ihr auch die Gabe die Zeit zurückzudrehen, was ihr mit dem C-Knopf macht. Die wohl wichtigste Fähigkeit des Prinzen ist es an Wänden lang- und hochgehen zu können. Dazu rennt ihr einfach in einem bestimmten Winkel auf die Mauer zu und drückt dann B, so dass der Prinz nun an der Wand lang krabbelt. Ganz wichtig im Spiel ist der Fakt, dass man oft Combos anwenden muss. Ihr rennt zum Beispiel gerade eine Wand entlang und müsst plötzlich A drücken und den Analogstick in die gewünschte Richtung bewegen, um nicht in den Tiefen Babylons unterzugehen. Auch gibt es in diesem Prince of Persia Titel sehr viele Schwert-Combos, die aber alle im Spiel und im Handbuch erklärt werden.
Die dunkle Seite der Macht
Nach der langen Eingewöhnungsphase in das Spiel mutiert ihr zum bösen Prinzen. In dieser Phase habt ihr die Eigenschaft eure Gegner mit einer greifarmähnlichen Peitsche aus der Distanz zu eliminieren. Ebenfalls erreicht ihr mit Selbigem weit entfernte Ziele, so könnt ihr euch beispielsweise leicht über tiefe Abgründe schwingen. Aber einen negativen Aspekt hat die dunkle Seite der Macht: Wenn ihr als dunkler Prinz unterwegs seit, verliert ihr zunehmend an Lebensenergie, was ihr jedoch durch das Töten der Gegner verhindern könnt. Diese hinterlassen dann den Sand der Zeit, der euch wieder Energie bringt. Unpraktisch ist jedoch, dass es teilweise Stellen gibt, an denen ihr keine Gegner antrefft, die man umbringen könnte, um seine Lebensenergie aufzufrischen, was einen schnellen Tod bedeutet. So bleibt einem meist nur den ganzen Bereich noch mal ab dem letzten Speicherpunkt neu zu beginnen, was nicht nur zeitintensiv sondern auch sehr lästig ist. Während seiner Reise versucht der „gute“ Prinz immer wieder hervorzubrechen, diskutiert heftig mit seinem „bösen“ Ego. Diese Komponente lässt die spannende Story noch fesselnder wirken.
Ein weiteres neues Feature ist der so genannte Speed-Kill. Diesen könnt ihr anwenden, wenn ihr ganz nah an einem Gegner steht. Zu diesem Zeitpunkt verändert sich der Bildschirm zu einem „goldenen Auge“. Dann könnt ihr den Nunchuck nach unten bewegen und mit der WiiMote den Speed-Kill ausführen. Allerdings ist hierbei ein genaues Timing erforderlich, denn wenn ihr zu früh seid, verfehlt ihr euren Gegner. Seid ihr jedoch zu spät, packt der Gegner euch und wirft euch zu Boden, damit er euch besser angreifen kann. Sofern der Speed-Kill im richtigen Zeitpunkt ausgeführt wird, habt ihr auch die Möglichkeit, mehr als nur einen Gegner zu erledigen. Die Sequenzen des Speed-Kills und verschiedene andere Attacken laufen in Zeitlupe ab, so dass ihr viel Zeit bekommt, mit der WiiMote den richtigen Schwung auszuführen.
Das schöne Babylon
Die Grafik ist für eine Portierung von der Xbox bzw. Playstation 2 gut gelungen. Egal ob in Babylons Straßen oder in den finstersten Kerkern, immer kann man alles erkennen. Auch wurden aufwendige Texturen verwendet, um zum Beispiel den Tempel des Sultans realistisch erscheinen zu lassen. Die Animation des Prinzen übertrifft jedoch alles: Sie ist flüssig und lässt den Prinzen aufgrund der Realitätsnähe sehr menschlich wirken.
In Babylon selbst habt ihr es mit einer großen Menge an Schwert- und Bogenkriegern zu tun; in den Katakomben verfolgen euch meist die Sandmonster. Allerdings gibt es nicht nur diese Arten der Gegner. In einigen Bereichen des Palastes werdet ihr mit fiesen Fallen überrascht. Diese können Klingen aus der Erde oder Stacheln von Wänden sein. Auch gibt es – wie für ein Prince of Persia üblich – die Stacheln aus dem Boden. Kenner der Serie werden jedoch überrascht sein, dass man nicht mehr langsam über die Platten schleichen, sondern zügig drüber laufen muss.
Dank der guten Kameraführung sind diese Fallen jedoch kein Problem. Die Kamera könnt ihr beliebig verstellen. Hatte Ubisoft mit anderen Games des Genres noch Probleme mit der Führung, könnt ihr nun die Kamera mit dem Steuerkreuz bewegen. Man kann die Kameraführung zwar auch über die WiiMote regeln, aber es empfiehlt sich, diese Funktion über das Optionsmenü auszuschalten, da ihr dann die WiiMote bewegen könnt, wie ihr wollt, ohne direkt euren Blickwinkel zu verändern.
Musikalisch groovt Persien
Auch musikalisch kann der Prinz aus Persien überzeugen, da die Untermalung wirklich gut gelungen ist. Orientalische Klänge erklingen passend zur jeweiligen Szene aus euren Lautsprechern. Ebenfalls ist die deutsche Synchronisation der Sprache klasse, da die Stimmen zu den Charakteren passen. Gegner und Fallen klingen sogar so realistisch, als würden sie sich tatsächlich direkt vor euch befinden.
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