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Seit Anbeginn der Nintendo Wii wird die Hardware als „Kinderkonsole“ gedeutet: Dank Mario, Wario und Co. verschwimmen Proteste diesbezüglich seit jeher im Sand. Dass es jedoch auch anders geht wollen in Bälde blutige Titel wie Resident Evil: Umbrella Chronicles unter Beweis stellen. Doch zuvor gelangt eine Neuversoftung des 80er Jahre Spielhallenklassikers Alien Syndrom auf die Wii. Wie sich das Weltraum-Geschnetzel schlägt, verrät unser Review.
Baldurs Gate meets Sciene-Fiction
Bei Alien Syndrom ist der Name Programm: In ferner Zukunft versucht eine entlegene Terraforming-Raumstation namens SAT5 auf mysteriöse Weise Kontakt zur Erde aufzunehmen, um Hilfe im Kampf gegen Unmengen an fiesen Aliens zu erbitten. Die einzige Hoffnung liegt in Earth Command Leutnant Aileen Harding, die sich durch ganze Horden furchterregender Aliens, bizarre Planeten und gigantische Endgegner kämpfen muss, um die SAT5 vor dem sicheren Untergang zu bewahren.
Unsere Heldin steht alsbald in den Startlöchern: Mit ausreichend Feuerkraft im Anschlag und genügend Mut startet die wehrhafte Hauptakteurin ihren Feldzug gegen die garstigen Besucher aus dem All. Zuvor will aber eine eigene Klasse gewählt werden. Ob ihr euch für Zerstörungsexperte, Scharfschütze oder Brandexperte spezialisiert, ist euch überlassen. Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Aus einer isometrischen Kameraansicht verfolgend, mäht ihr in waschechter Baldurs Gate-Manier alles nieder, was sich euch in den Weg stellt. Aufgrund des repetitiven Leveldesigns und der immer gleichen heran rauschenden Gegner-Schaaren nutzt sich das Gameplay aber schon nach kurzer Zeit so dermaßen ab, dass ihr kaum noch Lust verspürt, Alien Syndrom ein weiteres Mal ins Laufwerk zu legen.
Masse statt Klasse
Leider ändert sich während der Missionen am Spielverlauf nicht sonderlich vie. Jedes mal heißt es, alle Gegner innerhalb eines Areals zu vernichten. Mal sind es kleinere Insekten, an anderen Spielabschnitten stellen sich euch größere Fieslinge in den Weg. Doch mit der nötigen Feuerkraft werdet ihr gegen die Viecher kaum Probleme haben, der Schwierigkeitsgrad stellt selbst für Anfänger kaum Probleme dar. Im Laufe der Kampagne kann man seine Heldin durch verschiedene Rüstungen und den Einsatz von Nah- und Fernkampfwaffen schützen, ihre Statistiken verbessern und hilfreiche neue Fähigkeiten hinzugewinnen. Der Rollenspiel-Anteil ist aber kaum erwähnenswert, da ihr den Prozess ebenso automatisieren könnt. Immerhin ergattert ihr später über 20 verschiedene Waffen und 100 Rüstungstypen plus Bonus-Items.
Die gewöhnungsbedürftige Steuerung sorgt in den ersten Spielminuten für Verwirrung: Ihr steuert euren Charakter mithilfe des Nunchucks durch den gigantischen Komplex, während ihr mit der Wiimote auf Feinde zielt. Hinzu kommt die Möglichkeit, mit Hilfe des Wii-Controllers neue Gegenstände herzustellen, bestehende Gegenstände und Charakterfähigkeiten aufwerten und sich in Computersysteme hacken.
Technisch hinkt Alien Syndrom außerdem hinter den Möglichkeiten der Nintendo-Konsole hinterher. Die Grafik ist altbackend und die Sounduntermalung höchstens solide. Zu guter Letzt kann auch der Mehrspieler-KoOp-Modus für maximal vier Spieler nicht punkten, sondern nur zeitweise bei Laune halten.
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