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Strategie-Spiele gibt es mittlerweile eine ganze Menge für Nintendos DS, aber wie viele davon bieten Echtzeit-Schlachten? Entwickler Square Enix hat all seinen Mut zusammen genommen und liefert mit „Final Fantasy XII: Revenant Wings“ einen seltenen Vertreter der Gattung Echtzeit-Strategie ab. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr hier in unserem Review.
Über den Wolken
Ein Jahr ist es nun her, da erschien für die Playstation 2 das Rollenspiel-Epos „Final Fantasy XII“. Nun wird die Geschichte um den Luftpiraten Vaan auf dem Nintendo DS weitererzählt. Neulinge müssen jetzt aber nicht befürchten, dass sie ohne Vorkenntnisse aufgeschmissen sind, da die DS-Version vieles neu macht. Kenner der PS2-Version können sich aber auf ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen Bekannten freuen. Wie schon viele andere „Final Fantasy“-Teile zuvor, spielt sich „Final Fantasy XII: Revenant Wings“ in der Welt von Ivalice ab, besser gesagt über Ivalice. Denn der Schauplatz des DS-Abenteuers ist der Himmelskontinent „Lemurés“. Auf diesem Kontinent befinden sich drei mächtige Kristalle, die das Land über den Wolken halten. Doch es kommt wie es kommen musste, und ein finsterer Bösewicht mit dem geheimnisvollen Namen „Richter der Schwingen“ versucht die drei Steine in ihren Besitz zu bringen, um eine Art Gott zu werden. Dass das dem edlen Luftpiraten Vaan und seinen Freunden gehörig gegen den Strich geht, versteht sich von selbst, und so machen sich die Freunde auf den Weg, die wertvollen Kristalle vor dem Bösen zu beschützen.
Erzählt wird die epische Geschichte durch viele Texteinblendungen wie man sie vielleicht aus den „Tactics“-Teilen kennt. Ab und an gibt es auch mal die eine oder andere Zwischensequenz, die in einer beeindruckenden Qualität ablaufen und deshalb auch gerne häufiger Einzug hätten finden dürfen.
Eine Luftfahrt die ist lustig
Um euch in dem Himmelskontinent fort zu bewegen, nutzt ihr das Himmelsschiff Galbana, das ihr auf Wunsch auch anders benennen könnt. Mit diesem Schiff reist ihr von Ort zu Ort, geht an bestimmten Punkten an Land und erledigt dort ein paar Aufgaben. Auf der Galbana selber könnt ihr euch mit euren Freunden unterhalten oder neue Waffen und Items einkaufen. Besonders lustig ist das Logbuch, wo nach jeder Mission ein anderer Charakter einen Eintrag macht, der dem Spieler des Öfteren ein Schmunzeln entlocken wird. Die Story ist in zehn umfangreiche Kapitel unterteilt, aber auch außerhalb der Geschichte gibt es einiges für euch zu tun. So könnt ihr auf Monsterjagd gehen, Schätze einsammeln, oder fiese Luftpiraten aus den heiligen Stätten von Lemurés vertreiben.
Auf dem Schlachtfeld spielen die sogenannten „Esper“ eine wichtige Rolle. Diese kleinen Monster könnt ihr an bestimmten Beschwörungs-Portalen zur Hilfe rufen. Diese Monster stellt ihr dann in den Dienst eurer Gruppenführer. Besonders wichtig ist, dass ihr vor jeder Mission beachtet, über welche Einheiten euer Gegner verfügt. Da jeder Esper einem bestimmten Element zugehört, solltet ihr also immer die Esper für eure Schlacht auswählen, die dem gegnerischen Element überlegen sind. Auch das „Schere-Stein-Papier“-System solltet ihr beachten. Während Fernkampf-Einheiten den Flug-Einheiten ordentlich zusetzen, haben Nahkämpfer beispielsweise kaum eine Chance gegen Angriffe aus der Luft. Somit kommt eine gehörige Portion Taktik ins Spiel. Ohne eine kluge Auswahl eurer Streitmacht habt ihr nämlich keine Chance.
Ein bisschen Rollenspiel muss sein
„Final Fantasy“ wäre nicht „Final Fantasy“, wenn es nicht auch ein paar Rollenspiel-Aspekte hätte. So bekommen eure Truppenführer am Ende jeder Schlacht Erfahrungspunkte. Hat man genug davon gesammelt, steigt man eine Stufe auf. Ab einer bestimmten Stufe bekommt man immer wieder neue Fertigkeiten, die man in den Kämpfen einsetzen kann. Zudem findet man während der Schlachten immer wieder neue Schätze, unter denen sich beispielsweise neue Waffen oder Rüstungen verbergen. Es ist aber auch möglich, an Bord der Galbana aus verschieden Materialien, die ihr ebenfalls während eurer Missionen findet, neue Ausrüstungsgegenstände zu schmieden.
Ihr bekommt früh im Spiel den sogenannten „Ring des Paktes“ überreicht. Auf diesem Ring könnt ihr neue Esper-Einheiten auswählen, die ihr dann in den Schlachten einsetzen dürft. Um neue Esper an euch zu binden, benötigt ihr bestimmte „Auranith“-Kristalle, die ihr nach jeder erfolgreichen Mission gutgeschrieben bekommt.
(Fast) Alles im Griff
Die Steuerung ist den Entwicklern sehr gut gelungen. Während ihr auf dem oberen Screen wie so oft eine Übersichtskarte oder Details über bestimmte Einheiten stehen habt, findet das eigentliche Geschehen auf dem Touchscreen statt. Das gesamte Spiel ist komplett per Stylus spielbar und geht sehr gut von der Hand. Wie in anderen Echtzeit-Strategiespielen klickt ihr auf eine Einheit, oder zieht einen Rahmen um mehrere Einheiten, um diese auszuwählen. Mit einem weiteren Klick bewegt ihr eure Einheiten oder gebt ihnen den Befehl, Gegner anzugreifen.
Leider ist auch „Final Fantasy XII: Revenant Wings“ vor ein paar Fehlern nicht gefeilt. Tummeln sich mehr als 30 Einheiten gleichzeitig auf dem Schlachtfeld, geht schnell mal die Übersicht verloren und es ist schwierig, eine einzelne Einheit auszuwählen. Hier wäre es sinnvoll gewesen, eine Pause-Funktion einzubauen, die das Spiel einfriert und man so in Ruhe die nächsten Schritte planen kann. Auch dass man die Kamera-Perspektive nicht drehen kann, ist etwas ärgerlich. Nicht selten kommt es vor, dass eure Gegner von großen Bäumen oder Torbögen verdeckt werden. Das ist allerdings nur halb so schlimm, da ihr auf eurer Karte immer alle Gegner sehen könnt.
Technisch ein Überflieger
Auch von der technischen Seite ist das Spiel mehr als gelungen. Die Kampfplätze werden alle äußerst detailiert dargestellt und sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Dazu kommen die sehr gut animierten Charaktere, die wunderschönen Landschaften und die überragenden Zwischensequenzen. Die ganze Optik wirkt in sich sehr stimmig und versprüht sofort den gewohnten „Final Fantasy“-Charme, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Doch nicht nur die Optik überzeugt auf ganzer Linie, auch der Sound kann sich mit seinen wunderschönen Melodien mehr als hören lassen. Kleine Kritikpunkte sind die fehlende Sprachausgabe und die seltenen Ruckler, wenn es auf dem Bildschirm gerade hoch her geht.
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