Monster Hunter Tri rockt Japan! Im Land des Lächelns avancierte die Monsterjagd innerhalb kürzester Zeit zum kommerziell erfolgreichsten Third Party-Titel für die Wii. Diesen Erfolg will Capcom natürlich auch in Europa erzielen. Zumindest was die Aufmerksamkeit angeht, dürfte der Titel bis zum Release im April in aller Munde sein, denn niemand geringeres als Nintendo übernimmt in Europa die Öffentlichkeitsarbeit. Eine starke Zusammenarbeit für ein starkes Spiel? Man darf gespannt sein, ob Monster Hunter Tri bei uns genauso einschlagen wird, wie in Japan.
Die Chancen darauf stehen jedenfalls nicht schlecht. Diese Einschätzung ist mir nicht etwa zugeflogen, sondern dieses Urteil kann ich nach einer über vierstündigen Monsterjagd mit gutem Gewissen vertreten. Erfahrt nun in meinem ausführlichen Hands On alles über das Spiel, das seit Wochen eure Most Wanted Charts anführt.
Erdbeben oder Monsterplage?
Idyllisch liegt das kleine Dorf am Meer. Wellen prallen an den Sandstrand, Menschen gehen ihren Geschäften nach und katzenähnliche Wesen bestellen Gärten und ernten Gemüse. Dieses Idyll ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn plötzlich bebt die Erde und die Bewohner laufen panisch umher. Was ist geschehen? Handelt es sich um ein Erdbeben oder steckt vielleicht ein besonders großes Monster dahinter? Fragen über Fragen, die nur ich beantworten kann. Ich? Ja, ich! Immerhin bin ich ein Monsterjäger!
Bei der gerade beschriebenen Szene handelt es sich um das Intro von Monster Hunter Tri(MHT). Nach der kurzen Zwischensequenz startet das eigentliche Spiel. Ich nehme also den neuen Classic Controller Pro in die Hand, lege die Schlaufe der Wiimote um meinen Arm und lege los. Kurz noch ein paar Worte zu den Eingabegeräten: MHT wird mehrere Controller unterstützen. Neben der klassischen Variante mit der Wiimote und dem Nunchuk dürft ihr auch mit dem Classic Controller oder wahlweise mit dem Classic Controller Pro spielen. Die Jagd auf die Bestien wird übrigens in drei Versionen erscheinen: Nur das Spiel, das Spiel im Bundle mit dem Classic Controller Pro und als Bundle mit dem Spiel, dem Classic Controller Pro und Wii Speak. Warum Wii Speak unterstützt wird, verrate ich euch später.
Egal ob Männlein oder Weiblein
Wieder zurück zum Spiel: Da es sich bei MHT um ein Mischung aus Action-Adventure und Rollenspiel handelt, gilt es zunächst seinen Jäger zu kreieren. In einem umfangreichen Editor bastel ich also meinen ganz persönlichen Helden, mit Namen „Der Typ“, zusammen. Wie man es von klassischen Rollenspielen gewohnt ist, darf man neben der Bestimmung des Geschlechts natürlich auch die Hautfarbe, Kopfform oder Statur bestimmen. Abschließend noch die passende Stimme gewählt und los geht´s.
Entlassen werde ich in das Dorf, das ganz zu Anfang gezeigt wurde. Hier plaudere ich zunächst mit einer Verkäuferin, die mir sofort ein großes Breitschwert andreht. Waffen spielen bei MHT eine große Rolle, denn viele Ungeheuer können nur mit der richtigen Waffe erlegt werden. Nach weiteren Gesprächen bekomme ich schließlich vom Dorfältesten den Auftrag, seinen Sohn aufzusuchen und ihm ein Gastgeschenk in Form von Fleisch zu bringen. Da es keinen Metzer im Dorf gibt, muss ich mir das Fleisch selbst besorgen. Ich verlasse also das Dorf und gehe auf Monsterjagd.
Grafikpracht mit kleinen Macken
Vor mir erstreckt sich eine bergige Landschaft mit grünen Wiesen. Vögel zwitschern, die Sonne bricht durch die Felsen und das Rauschen des Meeres ist im Hintergrund zu hören. Die Grafik macht zunächst einen sehr guten Eindruck. Besonders die kräftigen Farben sowie die detaillierten Rüstungsgegenstände meines Helden haben mir gut gefallen. Wenig ansprechend fand ich die Umgebungsgrafik, da die Landschaft sehr leer wirkten, und auch bei meinem ersten Treffen mit einer Gruppe Dinosaurier habe ich einige hässliche Details, zum Beispiel die unzureichende Kollisionsabfrage, ausfindig gemacht.
Mit Hilfe meiner Karte erreichte ich eine Lichtung, wo einige Dinosaurier grasten. Ich zückte voller Kampfesmut mein Schwert und ging auf den ersten Dino los. Mit kraftvollen Schlägen hämmerte ich auf das wehrlose Tier ein und wich den zu Hilfe kommenden Dinosauriern aus. Die Steuerung fühlte sich anfangs etwas überladen an, nach ein wenig Einarbeitungszeit konnte ich aber alle Monster mühelos besiegen. Allzu stark waren sie ohnehin nicht.
Nach diesem ungleichen Kampf sammelte ich das Fleisch ein, brachte es dem Sohn des Chefs und begab mich wieder ins Dorf. Das Dorf wird über das gesamte Spiel die Basis eures Helden seins. Hier bekommt ihr Aufträge, kauft neue Waffe und Gegenstände ein, plant eure nächsten Einsätze und kümmert euch ganz nebenbei noch um die Charakterentwicklung des virtuellen Ichs.
Rollenspieltypisch könnt ihr den Helden nicht nur den Umgang mit verschiedenen Waffen erlernen lassen, sondern mit ihm abseits der eigentlichen Monsterjagd beispielsweise Fischen gehen. Capcom betont im Bezug auf die Welt von MHT, dass es sich um ein komplexes Ökosystem handelt, wo Monster ihren Gewohnheiten nachgehen und die Jäger ein Teil dieses Systems darstellen. Welche besonderen Eigenschaften die Monster haben und wie man sie am besten besiegt, habe ich dann zusammen mit anwesenden Kollegen im Multiplayer-Modus kennen gelernt.
Alle gegen einen Feind
Beim Multiplayer-Modus von MHT habt ihr die Wahl, ob ihr entweder offline zusammen mit Freunden vor der Glotze spielt, oder ob ihr euch online Mitspieler sucht. Offline könnt ihr zusammen mit bis zu drei Freunden per Split- Screen auf Monsterjagd gehen. Online dürft ihr euch mit Spielern aus ganz Europa zur Jagd treffen. Die nervigen Freundschaftscodes fallen hier zum Glück weg, lediglich wenn ihr nur mit euren Freunden und Freundinnen spielen wollt, müsst ihr auf die Codes zurückgreifen. Wer mit anderen Spielern zocken will, trifft sich in einer großen Stadt, die wie im Singelplayer-Modus als Basis dient. Um sich besser und schneller mit den Gefährten zu verständigen, wird Wii Speak unterstützt. Einen kleinen Hinweis noch zu den Onlinepartien: Ihr werdet ausschließlich Monster jagen. Kämpfe gegen menschliche Spieler sind nicht vorgesehen.
Zusammen mit drei tapferen Gefährten machte ich mich auf, das erste Monster zu erlegen. Dabei handelte es sich um einen großen Vogel, der scharfe Krallen hatte und eklige Säure spucken konnte. Voller Mut stürzten wir uns dennoch in den Kampf und bearbeiteten das Vogelviech. Zum Glück bestand unsere Gruppe aus verschiedenen Kämpfern mit besonderen Fähigkeiten. Ich wählte einen flinken aber relativ ungepanzerten Kämpfer, der ein Kurzschwert sowie ein Schild bei sich trug. Einer meiner Gefährten wählte ein Langschwert, ein weiterer Kumpane entschied sich für ein Schwert, das man auch als Axt verwenden konnte. Unterstützt wurden wir Nahkämpfer von einem Kollegen, der mit einer Armbrust aus der Ferne das Monster unter Beschuss nahm.
Wie schon erwähnt ist der Einsatz bestimmter Waffen besonders wichtig. Jedoch sollte man sich auch eine gute Taktik zurechtlegen, um gegen die Monster in den teils sehr langen Kämpfen bestehen zu können.
Unter dem Meer
Nachdem wir den Vogel geschwächt hatten, griff das Federvieh auf einen fiesen Trick zurück. Mit Rufen lockte er ein drachenähnliches Monster an, das ihm im Kampf zur Seite stand. Nun mussten wir uns mit zwei riesigen Ungeheuern rumschlagen. Dass der Vogel außerdem oft die Flucht ergriff und wir ihm folgen mussten, machte die Sache nicht leichter. Nach einem wirklich harten Kampf konnten wir die Partie jedoch knapp für uns entscheiden. Weiter ging´s zum nächsten Monster.
Dieser Kampf fand unter Wasser gegen ein riesiges Seeungeheuer statt. Wieder versuchten wir das Monster sowohl mit unseren Waffen als auch mit gestellten Fallen zu schwächen. Nur mit Glück konnten wir das Ungetüm an Land locken und es in einem sehr spannenden Kampf besiegen. Was zurückblieb war dieses wohlige Gefühl, mit vereinten Kräften einen fast übermächtigen Gegner besiegt zu haben.