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Hobbystrategen und DS-Besitzer haben allen Grund sich zu freuen, denn immer mehr Entwickler lernen „Nintendos Kleinen“ als Plattform für Strategiespiele kennen. Mit ‘‘Advance Wars: Dual Strike“ hat Nintendo selber aber die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Wie sich das komplexe Weltkriegsspektakel ‘‘Panzer Tactics DS“ auf dem Handheld schlägt, erfahrt ihr hier in unserem Test.
Auf in den Kampf
Wir schreiben das Jahr 1939. Die deutschen beginnen einen alles vernichteten Angriff auf Europa. Wer sich ein wenig mit der Geschichte der Welt, insbesondere der des Zweiten Weltkriegs, auskennt, dürfte keinerlei Probleme haben, der Story zu folgen, war sie doch auch schon Thematik unzähliger weiterer Spiele oder Filme. Die Kampagne ist chronologisch in drei Teile geteilt, die zuerst von der deutschen Offensive, dann dem russischen Gegenschlag und zu letzt von der amerikanischen Rückeroberung handelt.
Alle Missionen, die ihr in der Kampagne gemeistert habt, sind später auch als freigespielte Karten in den Szenarien anwählbar. Dort könnt ihr euch dann auf heiße Multiplayerschlachten vorbereiten, oder auf Rekordjagd gehen. Satte 150 Einheitentypen zu Wasser, zu Land und in der Luft stehen dem Spieler dabei zur Wahl. Vom Luftabwehrgeschütz bis hin zum Schlachtschiff ist alles vertreten was man zum Kriegsführen braucht. Sehr schön ist auch, dass alle wichtigen Fakten, seien es kurze Sequenzen, Einleitungstexte oder andere Dinge, sehr aufgeräumt und edel im Interface zu sehen sind. Gerade dadurch und weil alles recht authentisch erzählt wird, bekommt man direkt das richtige Feeling, um sich dem Spiel hinzugeben.
Ruhmreich zum Sieg
Das einzige was auf dem Schlachtfeld wirklich zählt ist Ruhm. Genau den benötigt ihr etwa, um neue Einheiten zu rekrutieren oder um Nachschub – und Versorgungsgüter anzufordern. Ruhm bekommt ihr jede Runde gutgeschrieben, wie viel ihr davon bekommt ist abhängig davon, wie viele Städte oder Flughäfen sich in eurem Besitz befinden. Wie bei ‘‘Advance Wars‘‘ oder bei ‘‘Age of Empires‘‘ steuert ihr eure Einheiten entweder per Stylus oder per Tastensteuerung. Die Steuerung mit dem Stylus funktioniert dabei einen Tick besser, nur das lästige Kartenscrollen geht etwas zu behäbig von der Hand. Um den Gegner anzugreifen platziert ihr eure Truppen neben den feindlichen Einheiten. Dann schaltet die Kamera in eine Schlachtperspektive, in der die Soldaten zwar etwas groß erscheinen, einige schöne Effekte wie Bodenspuren oder Explosionen machen diesen Umstand allerdings wieder wett.
Im Kampf kommt dann das bewährte Schere-Stein-Papier-Konzept zur Geltung: Für jeden Angriff gibt es die passende Antwort. Ein Geschwader Jäger beispielsweise holt Bomber in null Komma nichts vom Himmel. Natürlich wirkt sich auch das Terrain unterschiedlich auf jede Einheit aus. Während die Infanterie im Wald oder auf dem Berg einen Bonus bekommt, tun sich Panzer in solchem Terrain eher schwer. Doch nicht nur die Bodenbeschaffenheit ist wichtig, auch den drei-tägigen Wetterbericht sollte man gut einstudieren. Ist der Himmel nämlich voller Wolken, können Flugeinheiten nicht starten. Ebenfalls wichtig für den Krieg: Die Offiziere. Diese werden den normalen Truppen zugeteilt und erhöhen deren Moral und Schlagkraft. Jedoch sollte man genau darauf achten welchen Offizier man welchen Truppen zuteilt, da jeder seine eigenen Eigenschaften besitzt. Zusätzlich kommen noch die Kommandotruppen hinzu, welche bösen Sabotageaktionen vollführen können, um die Moral des Feindes rapide gen Null sinken zu lassen.
Kleine Schönheitsfehler
Auch ‘‘Panzer Tactics DS‘‘ ist nicht frei von Fehlern. Das Spiel richtet sich klar an Profis und Hobbystrategen. Einsteiger dürften beim Ausmaß der Karten und der komplexen Spielmechanik etwas überfordert sein. Es gibt zwar ein sehr gelungenes Tutorial, doch das komplexe Menü fordert sein Tribut und so vergisst man während des Spielens oft die ein oder andere Sache. Auch das Umschalten auf die richtige Sicht ist nicht optimal gelöst. Da sich Boden- und Lufteinheiten ein Feld teilen, muss man immer auf ein kleines Symbol zum Umschalten der Sicht klicken und darauf achten, dass man seinen Jäger nicht vergisst - hier wäre gerade bei größeren Schlachten eine automatische Erinnerung an alle nicht bewegten Einheiten wünschenswert gewesen.
Der Multiplayermodus bietet zwar einen gelungen Onlinemodus, die Mapauswahl ist mit zehn Karten jedoch etwas klein ausgefallen. Für den Hotseatmoduss braucht man zwar nur ein Modul, da der DS Runde für Runde weitergegeben wird, in der Praxis ist dies allerdings etwas nervig, denn man muss nach jedem Wechsel erstmal erraten, welchen Zug der Gegner gerade gemacht hat; hinzu kommen die langen Wartezeiten bei größerem Einheitenaufgebot.
Technisch Solide
‘‘Panzer Tactics DS‘‘ brennt zwar kein Grafikfeuerwerk ab, aber das ist bei solch einer Spieltiefe auch nicht wirklich wichtig. Die Einheiten sind hübsch gezeichnet und die Schlachtperspektive ist zwar schlicht animiert, aber mit schönen Effekten versehen. Die größten technischen Abstriche müssen jedoch beim Sound gemacht werden. Leider gibt es keine Sprachausgabe und die Hintergrundmusik geht relativ schnell auf die Nerven.
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