Nintendo hat eine schier unglaubliche Erfahrung was Handhelds angeht. Dementsprechend erwartet Käufer auch beim 3DS keine Überraschung. Das Gerät wirkt äußerst Kompakt und präsentiert sich im Grunde genommen als ein weiterentwickelter DSi. Der neue Handheld ist mit einem hochglänzenden Metallic-Finish überzogen, der äußere Deckel ist zudem mit einer Spiegel-Optik versehen. Nach dem Aufklappen, entdecken wir Neues und Altbekanntes.
Wie der DS verfügt auch der 3DS über zwei Bildschirme, wobei der untere Bildschirm über die bekannte berührungsempfindliche Touch-Funktion verfügt. Das obere Display bietet stereoskopisches 3D, das durch die gleichzeitige Darstellung zwei verschiedener Bilder erzeugt wird, aber wie funktioniert das überhaupt? Ein nicht sichtbares Prisma, das über den oberen Bildschirm gelegt ist, sorgt dafür, dass die beiden Bilder an einem bestimmten Punkt zu einen 3D-Bild zusammengesetzt werden. Dies ist der 3D-Sichtpunkt, das heißt: nur wenn man den 3DS gerade und in einem Abstand von ca 20-40 cm vor sich hält, kann man den 3D-Effekt sehen, Schaut man außerhalb dieses Sichtpunkts, beispielsweise seitlich, auf das Display, sieht mal lediglich zwei ineinander verschobene Bilder.
Neben dem Top-Screen befindet sich der 3D-Schieberegler mit dem die Intensität des räumlichen Sehens stufenlos reguliert werden kann. Steht der Regler ganz oben, erlebt man den maximalen Effekt, in der untersten Position schaltet man den 3D-Modus komplett ab und spielt in klassischem 2D. In dieser Einstellung kann man dann aus allen erdenklichen Blickwinkeln spielen. Der obere Bildschirm hat sowohl in Punkto Größe als auch Auflösung ordentlich zugelegt und bietet eine Diagonale von 8,97 cm (3,53 Zoll) im 16:9-Format. Die maximale Auflösung des Displays beträgt insgesamt 800×240 Pixel, durch die stereoskopische Darstellung verbleiben 400×240 Pixel für jedes Auge. Der berührungsempfindliche Touchscreen ist mit seinen 3 Zoll und 320×240 Pixel genau so groß wie der des DS(i), bietet aber eine höhere Auflösung.
Ein Großteil der Bedienelemente wie die vier Haupt-Buttons, das Steuerkreuz und die Schultertasten wurden nahezu 1:1 übernommen, wirken aber noch etwas hochwertiger und bieten die bekannt guten Druckpunkte. Neu hinzugekommen ist endlich auch ein Schiebepad, das wie ein analoger Joystick fungiert. Multi-Konsoleros dürfte dieses Prinzip von Sonys PSP her bekannt sein. Die drei Select- Home- und Start-Tasten befinden sich unterhalb des Touchscreens und sind Druck-sensitiv. Gegenüber Touch-sensitiven Buttons haben sie den Vorteil, dass ein unabsichtlicher Tastendruck nahezu unmöglich ist. Die Powertaste befindet sich nun auf der rechten Seite des Touchscreens und bietet die Möglichkeit, den 3DS entweder in den Standby-Modus zu versetzen oder komplett auszuschalten.
Weiterhin verfügt der 3DS über insgesamt drei Kameras, wovon zwei außen und eine innen im Deckel angebracht sind. Alle Kameras bieten lediglich eine VGA-Auflösung von 640x480 Pixeln (0,3 Megapixel) und während die beiden Außenkameras 3D-Aufnahmen ermöglichen, ist die Innenkamera nur für konventionelle 2D-Fotos und Videos gedacht. Qualitativ liegen die Bilder im Bereich betagter Handys- hier sollte definitiv nicht zu viel erwartet werden. Zu den Kameras gesellen sich auch noch zwei Mikrofone, eines außen, eines innen.
Der 3DS wird mit einer passenden Ladeschale geliefert und sollte laut Nintendo immer darin lagern, wenn er nicht benutzt wird. Warum das so ist, wird ziemlich schnell klar: bei intensiver Nutzung aller Features ist der 3DS ein wahrer Stromfresser. In unseren intensiven Testläufen gelang es uns, den Akku des Handhelds innerhalb zwei Stunden komplett zu entleeren. Unser Tipp: den Energiesparmodus des Displays unbedingt einschalten und Zusatzfeatures wie WLAN und Standby nur dann aktivieren, wenn man sie wirklich benötigt. Somit kann man die Laufzeit durchaus verdoppeln. Praktisch: auch in der Ladeschale lässt sich mit dem 3DS durchaus spielen. Ansonsten lässt sich das Ladegerät natürlich auch direkt hinten ins Gerät „stöpseln“. Apropos Ladegerät, das ist identisch mit dem des DSi bzw. DSi XL. Somit hat man eine entsprechende Stromversorgung in Reserve. USB- oder KFZ-Ladekabel sind nicht mit im Lieferumfang enthalten.
Der neue Touchpen besteht aus Metall und ist wie eine Wurfantenne ausziehbar. Im zusammengeschobenen Zustand misst er 70 Millimeter und ist hinten im 3DS versenkbar. Ausgezogen erreicht er 100 Millimeter und orientiert sich somit an seinem statischen Vorgänger.
Schon morgen folgt der nächste Teil unseres Test-Specials zum Nintendo 3DS.
In
Teil 2: Systemcheck nehmen wir die neue Systemsoftware und Features des Handhelds unter die Lupe.