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Viele Hersteller nutzen die Möglichkeiten des Touchpads des Nintendo DS nur ansatzweise. Anders dagegen Drawn to life – Mal Held sein. Denn wie der Name schon verrät, wird hier viel mit dem Touchpad gemalt. Ihr denkt jetzt schon, dass es sich bei Drawn to life nur um ein Kinderspiel handelt, da man viel malen muss? Ob es sich dabei allerdings um stupides Zeichnen allein handelt oder ob hinter dem Namen Mal Held sein doch etwas anderes steckt, erfahrt ihr in unserem Review.
Einmal Gott sein
Das Spiel beginnt in einem kleinen Dorf, das durch Verlassen ihres Schöpfers und das Verschwinden des heiligen Buch des Lebens in komplette Dunkelheit gehüllt ist. Durch diesen Umstand haben alle Bewohner des Dorfes, die Rapsoda genannt werden, den Ort verlassen um im Umland ein neues Leben zu beginnen. Jedoch hat auch dort mittlerweile die Dunkelheit schon Einzug gehalten und die Rapsodas wurden gefangen genommen. Einzig der Häuptling des Dorfes hält mit seiner Tochter Mari sowie deren besten Freund Jowee die Stellung. Mari betet jeden Tag zum Schöpfer in der Hoffnung, dass er wiederkehrt. Kurzum sie betet euch an, da ihr nun die Rolle des Schöpfers übernehmt.
Da die Seiten des heiligen Buch des Lebens allerdings quer durch die Welt verstreut sind, müsst ihr euch in lebendiger Form präsentieren. Dafür steht in der Schöpfungshalle eine Puppe bereit, die ihr nun mit Leben füllen müsst. Heißt so viel wie: Nun müsst ihr euch euren eigenen Helden malen, der dann vom Schöpfer gesteuert durch die weite Welt marschiert.
Malen nach Zahlen
Beim Malen des Helden gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder entscheidet ihr euch für eine Vorlage (Roboter, Junge, Mädchen, Pinguin, etc.) oder aber ihr versucht selber euer Glück und malt eine Eigenkreation. Bei letzterem stehen euch zwei unterschiedliche Farbpaletten mit je 16 Farben sowie drei unterschiedliche Pinseldicken zur Verfügung. Nachdem ihr eure Spielfigur geschaffen habt, geht es auch schon prompt los mit der ersten Mission: Ihr müsst die ersten Seiten des Buches finden und die erste Familie befreien. Dazu erhaltet ihr eure erste Waffe - eine Schneepistole - die, wie sollte es auch anders sein, ihr selber zeichnen dürft. So ausgerüstet verlasst ihr das Dorf in die Schneewelt.
Als erstes werdet ihr einen Schock erleben, denn aus der 3D-Ansicht, mit der ihr im Dorf verwöhnt werdet, ist es in den einzelnen Missionen vorbei. Hier schaltet sich euer unterer Screen in 2-Dimensionale Optik um. Somit gibt es neben dem Rollenspielanteil einen riesigen Jump'n Run-Part. In diesem habt immer das selbe Ziel, denn es gibt pro Level vier Seiten aus dem heiligen Buch und drei Dorfbewohner, die gerettet werden müssen. Schade, an dieser Stelle hätte man durch unterschiedliche Aufgaben, die durchaus möglich gewesen wären, ein bisschen Abwechslung schaffen können. So wir euch lediglich ein sich immer Wiederholendes Schema geboten, vier Seiten aus dem Buch finden, drei Bewohner befreien, ins Dorf zurückkehren, als Held gefeiert werden und herausfinden was in den vier Seiten steht. Für vier zurückgebrachte Seiten wird euer Dorf nämlich erneuert. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass die Sonne wiederkommt oder das ihr neue Bereiche des Dorfes freischalten dürft.
Dorf und Welt
Im Dorf selber könnt ihr frei agieren. Ihr könnt mit allen Rapsodas reden und überall frei umherwandern. Zumindest soweit wie es möglich ist, da das Dorf während eines Großteils des Spieles mit schwarzen Wolken behangen ist und ihr so nicht in alle Teile des Dorfes gelangen könnt. Nach und nach verschwinden aber die Wolken, so dass ihr auch in der Lage seid, andere Bereiche des Dorfes zu passieren. Es gibt zudem einige wichtige Orte, wie beispielsweise einen Laden, ein Restaurant oder die Sternwarte. Auch eure eigene Halle der Schöpfung ist hier zu finden. Dort könnt ihr, sofern euch euer Held mal langweilen sollte, einen neuen zeichnen. Im Dorf stehen euch viele Aktivitätsmöglichkeiten zur Verfügung. So messt ihr euch beispielsweise mit den Bewohnern in einer Schneeballschlacht, stellt einen verlogenen Dieb oder organisiert ein Fest für die Dorfbewohner. Während ihr im Dorf seid, kann euch kein Gegner Schaden zufügen.
Anders dagegen in der Welt außerhalb des Dorfes. Im Jump’n Run-Teil durchstreift ihr mit dem Helden unterschiedliche Bereiche wie z.B. eine Schneewelt. In den einzelnen Leveln müsst ihr euch zu Beginn Gegenstände zeichnen, die für das Weiterkommen wichtig sind. So zeichnet ihr Wolken, Kletterpflanzen, Laufbänder oder gar Raketen und U-Boote. Viele dieser Gegenstände kommen nicht nur in dem einen Level vor, in dem ihr die Dinge gemalt habt, sondern begegnen euch durch das ganze Spiel. Möchtet ihr den einen oder anderen Gegenstand neu zeichnen, könnt ihr dies im Dorf tun.
Was ich mache, wenn ich nicht male
Der Held steuert sich mit dem Steuerkreuz in die verschiedenen Richtungen. Im Dorf könnt ihr zudem über den A-Knopf mit Leuten agieren oder per B-Knopf euren Helden laufen lassen. In der Jump’n Run-Phase kann der Held mit A springen, mit B schießen und mit Y schlagt ihr zu. Letzteres braucht ihr um die Käfige zu öffnen, in denen die Bewohner gefangen sind.
Die Gegner in Drawn to life sind sehr einfach zu bekämpfen. In der Regel reicht es wenn ihr zwei bis viermal auf sie drauf springt. Es gibt allerdings sehr häufig Passagen in denen ihr es mit mehr als nur ein, zwei Gegnern zu tun habt. Dafür habt ihr eure Waffe, mit der ihr Gegner auch aus der Distanz erlegen könnt. Feinde, die euch aus der Luft angreifen, können meist von einem höheren Plateau, auf das ihr springen könnt ausgeschaltet werden. Am Ende jedes Abschnitts (ein Abschnitt = vier Level) erwartet euch ein Endboss. Bei diesem bedarf es einer speziellen Taktik um ihm Leben abzuziehen. Kennt man die Taktik ist der Schurke auch schnell erledigt. Da ihr zudem 6 gegnerische Angriffe wegstecken könnt und ihr in den einzelnen Levels selber mit vielen Herzen versorgt werdet, die eure Lebensanzeige füllen, ist der Schwierigkeitsgrad des Games recht gering.
Prachtvoll anzusehen aber schlecht zu hören
Die Grafik kann man mit einem Wort beschreiben: bunt. Sie ist dem Entwicklerteam gelungen, auch wenn sie etwas kindlich rüberkommt. Leider kann das Niveau der Levelgrafik nicht mit der wirklich gut animierten Dorflandschaft, die sehr an Pokémon erinnert, mithalten. Auch wenn ihr euch bei den Zeichnungen der Gegenstände viel Mühe gebt und alles mit Liebe zum Detail zeichnet, wirkt die Hintergrundgrafik meist sehr verschwommen und die restlichen Teile des Levels sehr unausgereift. Die Animation des Helden ist allerdings sehr gut gelungen und auch die von euch selbst entworfenen Gegenstände fügen sich perfekt in das Levelgeschehen ein.
Was allerdings sehr negativ ausfällt, ist eine sehr eintönige Musik. Es gibt zwar unterschiedliche Stücke, aber die meisten sind nach der ersten Stunde Spielzeit schon einmal vorgekommen, so dass man den Sound lieber ganz weglässt und sich seine eigene Musik aufdreht. Sehr gut gelungen ist allerdings die deutsche Synchronisation von Drawn of life. Alle Dialoge sind in perfektem Deutsch vorhanden, so dass die Story sehr gut zu verstehen ist.
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