| |

Im Gerichtssaal kann es mitunter hoch hergehen – man denke nur an so realistische Beispiele wie bei Richterin Barbara Salesch. Um Trubel und um die Wahrheit geht es auch beim WiiWare-Titel Phoenix Wright: Ace Attorney. Ihr schlüpft hier in die Rolle eines jungen Anwalts, der fünf knifflige Mordfälle lösen muss. Wie wir über das Spiel urteilen, erfahrt ihr hier:
In die Jahre gekommen
Normalerweise erscheinen ältere Spiele über die Virtual Console und neue Titel über den Downloadservice WiiWare. Im Falle von Phoenix Wright: Ace Attorney scheint es aber zu einer Verwechselung gekommen zu sein, denn der erste Teil der vierteiligen Gerichtssimulation wurde bereits 2001 für den Game Boy Advance veröffentlicht. Es handelt sich also um ein quasi-Remake. Zur Umsetzung kommen wir aber später, zunächst alles Wichtige zum Spielprinzip:
Einspruch!
Phoenix Wright: Ace Attorney ähnelt am ehesten einem Adventure, das hauptsächlich im Gerichtssaal spielt. Jeweils fünf Verbrechen müsst ihr lösen und im Gericht den Zeugen und Angeklagten die richtigen Fragen stellen. Euch werden dazu jeweils verschiedene Szenen mit Texten gezeigt und ihr müsst nun, ausgestattet mit der Wiimote, diese durchklicken, die richtige Frage auswählen oder ein Beweismittel vorführen.
Da die Verbrechen nach einem bestimmten Muster abgelaufen sind, gilt es auf Details zu achten sowie im richtigen Moment Einspruch zu erheben. Das könnt ihr übrigens sehr pathetisch vollführen, indem ihr die Wiimote heftig schüttelt. Ein netter Einfall, der dem etwas faden und teilweise langweiligen Gerichtsspiel ein wenig spielerischen Witz verleiht.
Stattgegeben!
Ein kleiner Kritikpunkt ist bei den Fällen auszumachen, die zwar ganz nett sind, aber erfahrene Krimileser nicht wirklich überraschen werden. Da man ohnehin schon weiß, wer der Mörder ist, hält sich die Spannung in Grenzen. Das Befragen der Zeugen und die Konfrontation zur richtigen Zeit mit einem Beweisgegenstand ist zwar durchaus motivierend, jedoch sind die Texte sehr kurz und man ist daher ständig mit dem Weiterschalten der Texte beschäftigt. Die Dudelmusik und die etwas unscharfe Anime-Grafik tragen außerdem nicht zu einem dichten Spielgefühl bei. Ok, es handelt sich um ein Remake, daher entzieht sich die Grafik und der Sound unserer Bewertung, jedoch hätte man wenigstens die Bildschirmgröße anpassen können. Das Bild wird leider nicht im 16:9 Format dargestellt, sondern lediglich in 4:3 und das noch nicht einmal so, dass es den ganzen Fernseher ausfüllen würde. Naja, wer ohnehin ein Retro-Fan ist, den wird das sowieso nicht stören.
Ein wirkliches Ärgernis, absolut unverständlich und eine bodenlose Frechheit ist hingegen die Tatsache, dass ihr für den fünften Fall zur Kasse gebeten werdet. Zur Erinnerung: Das Spiel kostet stolze 1000 Wii Points, da kann man schon verlangen, dass alle Fälle wie bei der 2005 erschienenen DS-Version enthalten sind. Pfui Capcom! Schämt euch!
Diesen Artikel im Forum diskutieren |
|