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Seien wir doch mal ehrlich, wenn jemand das Wort Kart-Racing oder besser gesagt Fun-Racer in den Mund nimmt und dann noch in Zusammenhang mit einem Nintendo-System, an was denkt man dann zwangsläufig als Spieler? Richtig, Mario Kart, doch halt, jetzt möchten tatsächlich einige Comic-Helden an dem Thron von Mario, Yoschi und Co. rütteln, ob das ganze den mächtigen Powerpuff Girls oder gar Johnny Bravo gelingt wollen wir in unseren Testfahrten auf verrückten Strecken klären. Also folgt uns in abgedrehte Labore, Kornfelder samt Aliens oder gar ins Weltall, denn Cartoon Network Racing hat einiges zu bieten.
Optionsvielfalt beim Mario Kart-Kontrahenten?
Wahrscheinlich werdet ihr nun denken, wie was, dass hört sich ja gar nicht so schlecht an, kann es denn sein, dass da wirkliche Konkurrenz für Mario Kart angerollt kommt? Ja, dem ist tatsächlich so, auch wenn der Neuling auf der Strecke nicht hundertprozentig überzeugen kann, vermittelt er genau das was er soll, eine Menge Spielspaß, eben ein Fun-Racer, aber durchaus mit Tiefgang. Aber fangen wir behutsam am, denn zu Beginn ist das Spielmenü nicht gerade mit Optionsvielfalt gesegnet.
Hier offenbart sich dem Spieler nämlich erst einmal nur die Option der Meisterschaft, Versus, Optionen und Extras. Zeitrennen sind erst etwas später möglich, aber ebenso einer der Hauptpunkte von Cartoon Network Racing (CNR). Hat man seinen gewünschten Namen hinterlassen und die eigene Sprache gewählt kann es auch schon losgehen, wer möchte kann in den Optionen noch alternativ auf Linkshändersteuerung umstellen. Unter dem Menü Extras versteckt sich mehr als man zu Beginn denken mag, angefangen von Rekordzeiten, einer kleinen Historie über eure Spielzeit, Siege und einigen weiteren Details. Abgerundet wird der Bereich dabei durch den Toon-Up Shop in welchem ihr immer mehr Fahrer, Upgrades, Mini-Spiele und Videos freischalten könnt. Worauf wir aber später noch genauer eingehen werden.
Der Toon-Up-Shop
Kommen wir aber zum Herzstück von CNR, der Meisterschaft, natürlich bekommt man keinen ernsten Vertreter der Rennserien vorgesetzt, denn das wäre auch reichlich unpassend. Zu Beginn steht dem Spieler nur die Normale-Geschwindigkeit zur Verfügung, mit einem jeweiligen Sieg der Meisterschaft erspielt man sich so die anderen drei Geschwindigkeits-Klassen. Jede Geschwindigkeitsstufe ist nochmals in vier Meisterschaften untergliedert und wird nach dem gleichen Sieg-Prinzip frei gespielt und wer hätte das gedacht, jede Meisterschaft besteht aus vier Einzelrennen, in welchen es darum geht möglichst genug Punkte für den Gesamtsieg zu erzielen. Je nach Erfolg spielt man hier natürlich nicht nur neue Klassen frei sondern erhält auch Coins, welche man im Toon-Up Shop einsetzt um bisher gesperrte Charaktere oder Spiele/Filme freizuschalten.
Im Zeitrennen geht es wie gewohnt schlichtweg darum die vorgegebenen Bestzeiten zu knacken, damit erhält man auch wieder zusätzliche Münzen für den Shop. Hier empfiehlt es sich möglichst auf die schnellsten Vertreter zurückzugreifen, welche der Rennstall zu bieten hat. Im Gegensatz zur Meisterschaft muss man sich hier nicht um Aliens, Wirbelstürme, Ölpfützen oder aggressive Gegenspieler kümmern.
Powerpuff Girls vs. Daxter
Euren DS-Pen könnt ihr übrigens beruhigt stecken lassen, dieser kommt nur in Minispielchen zum Einsatz, ansonsten steuert man seinen Comedy-Helden ganz gewöhnlich mit Steuerkreuz und Hilfe der Tasten des Nintendo-Handhelds. Zusätzlich steht mit Hilfe der R-Taste ein Power Slide zur Verfügung, der bei harten Kurven durchaus nützlich sein kann. Ebenso enthalten ist der schon fast Standard gewordene Schnellstart, dagegen nicht alltäglich ist der Einsatz von Windschatten in einem solchen Fun-Racer. Sämtliche Charaktere unterscheiden sich seitens der Eigenschaften teils deutlich voneinander, während manche Rennvehikel eine fixe Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit bieten, sind andere eher gemächlich unterwegs, brauchen dafür aber auch nicht jede Berührung mit einem Kontrahenten zu scheuen. Beide Typen haben dadurch gewisse Vor- als auch Nachteile auf der Strecke, wer also mit einem Powerpuff Girl schnell unterwegs ist sollte sich nicht gerade auf einen Nahkampf bzw. Fahrzeugkontakt mit einer Kuh einlassen, was wohl auch offensichtlich ist.
Auf den Strecken verteilt finden sich diverse Extras, welche beim dagegen fahren aufgesammelt werden. Diese können dann entsprechend gegen die Kontrahenten eingesetzt werden und reichen von Chilischub, einfachen Raketen, über Öl bis hin zu Radspießen und Superschilden. Fast jede Rennbahn bietet diverse Alternativ-Routen, wobei diese nicht zwangsläufig die schnellste Methode sein muss um ans Ziel zu gelangen. Ähnlich wie bei Mario Kart sind auch Beschleunigungsfelder und einige Hindernisse über die Wege verteilt worden, welche man natürlich je nach Typ wahrnehmen oder meiden sollte. Doch damit nicht genug, auch einige eher ungewöhnliche Dinge befinden sich auf der Rennstrecke, dazu zählen Aliens in Kornfeldern, Raumschiffe über Straßen, Gegenverkehr in Städten, verrückte Affen im Jungel und vieles mehr. Für genug Abwechslung ist also sicherlich gesorgt, auch gibt es genügend auf den Bahnen zu entdecken bis man die beste Route gefunden hat.
Design und kleinere Macken
Ein paar kleine Negativpunkte gibt es aber auch leider in Cartoon Network Racing, so abwechslungsreich alles ist, trotzdem wiederholen sich die Strecken ziemlich schnell und auch eine ungestümere Meisterschaft bietet dort nur wenig Abhilfe. Zusätzlich kann es hin und wieder vorkommen das man durch einen Crash bei hoher Geschwindigkeit beispielsweise in einer Palme fast feststeckt und sehr lange brauchen kann bis man wieder frei kommt, denn eine Zurücksetzoption findet nur dann Einsatz wenn man von der Strecke stürzt. Der letzte kleine Kritikpunkt sind die ziemlich dünnen Sprachsamples der Comedy-Fraktion. Jedes mal das gleiche zu hören wenn man jemanden überholt, abschießt oder sonstiges wirkt auf Dauer etwas eintönig und leicht nervend.
Davon abgesehen kann der Titel aber fast auf ganze Linie überzeugen, sämtliche Strecken sind von der Optik als auch vom Design her sehr unterschiedlich gestaltet worden. Positiv anzumerken ist in jedem Fall auch das jede Strecke mit eigener Musik daherkommt, welche meistens ziemlich passend und gelungen ist. Auf einer mit Schneebedeckten Route hört man beispielsweise eine schon fast bayrische Melodie mit ein wenig Gejodel dabei.
Erlebt komplette Episoden der Comedy-Helden
Aber auch einen Multiplayer-Modus bietet der Fun-Racer von Game Factory, egal ob nur ein Modul für alle Spieler zur Verfügung steht oder jeder Teilnehmer über ein eigenes verfügt. Wie üblich sind die Möglichkeiten mit nur einem Spielmodul allerdings beschränkt. So kann man hier nur den Sprint-Modus auswählen, in welchem ihr einzig und allein in Dexters Labor unterwegs seid. Die volle Bandbreite für Versus-Rennen benötigt von jedem der maximal vier Teilnehmer ein eigenes Spielmodul. Trotz allem ist es immer positiv anzurechnen, wenn auch mit nur einer Version des Spiels der Multiplayer-Part spielbar bleibt.
Wer von den ganzen anstrengenden Kämpfen auf den abgedrehten Rennpisten eine Pause benötigt kann sich mit den freischaltbaren Mini-Games und Filmen vergnügen. So könnt ihr mit Hilfe des Touchpens etwa einige der Figuren nachzeichnen und das möglichst gut und innerhalb eines recht knappen Zeitlimits. Ist euch auch das zuviel, so lehnt euch zurück, legt den DS auf den Tisch und schaut euch einen von drei Clips des Cartoon Networks an. Dabei handelt es sich zwar tatsächlich um Folgen mit voller Länge, dafür allerdings nur in englischer Sprache, für die jüngere Generation daher also nicht ganz so interessant. Trotz allem eine nette Beigabe, von welcher man gerne gebrauch macht.
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