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Bereits seit einiger Zeit tobt nun schon der Konkurrenzkampf zwischen der Pro Evolution Soccer-Serie und der FIFA-Reihe; praktisch jährlich stehen sich die zwei Fußballsimulationen im direkten Vergleich auf den verschiedensten Konsolen gegenüber. Hierbei konnte der EA Sports-Ableger bisher nur durch eine grafisch und soundtechnisch ansprechende Präsentation glänzen, wohingegen der Konami-Vertreter durch ein als überragend geltendes Gameplay hervorsticht. Dennoch fand der direkte Kampf um den Genrethron nur auf den NextGen-Konsolen aus dem Hause Microsoft und Sony statt, der Wii blieb dieser bis dato verwehrt. Mit FIFA 08 schickt EA Sports nun jedoch die erste Umsetzung für die innovative Nintendokonsole ins Rennen und auch Konami will im Frühjahr 2008 mit einer ersten Portierung nachlegen. Wir haben für euch vorerst den EA Sports-Vertreter unter die Lupe genommen.
Geringer Umfang, aber dennoch unterhaltsam
Wo FIFA 08 den Spieler auf den NextGen-Konsolen mit einem riesigen Umfang, einer individuell anpassbaren Tracklist und zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten verwöhnt, bietet die Wii-Version des Titels einen deutlich beschnitteneren Inhalt. So blieb zwar der altbekannte Herausforderungs-, Turnier- und Ligenmodus erhalten, ein Team jedoch explizit zu managen blieb dem Spieler verwehrt; stattdessen erhält er mit drei Minispielen, in welchen ein Ball jongliert, auf eine Torwand geschossen oder sich im Tischkicker versucht werden darf, zwar keinen wirklichen Ersatz, aber dennoch eine seichte Unterhaltung für Zwischendurch. Weiterhin gibt es hier die Möglichkeit eigene Miis einzubinden und mit bis zu vier Spielern an den kleinen Games teilzunehmen. Auffällig ebenfalls, dass ein Menüpunkt unter welchem die Tracklist personalisiert werden kann und der in den NextGen-Konsolen vorhandene „Be A Pro“-Modus gar nicht erst integriert wurden.
Pluspunkte setzen indes das riesige Lizenzpaket, welches auch in der Wii-Version voll ausgeschöpft wird und dem Spieler über 500 Teams aus 30 Ligen mit über 12.000 Fußballspielern bietet, sowie der gelungene Onlinemodus. In diesem können nach einer kurzen Registrierung auf der EA-Homepage Multiplayermatches ausgetragen werden. Die Optionsvielfalt stellt sich dabei als äußerst umfangreich heraus, ist es doch möglich in Lobbies direkt nach Spielern zu suchen, mit ihnen zu chatten, sie zu Partien einladen und sogar auf Freundeslisten zurückzugreifen. Weiterhin können geplante Spiele individuell angepasst, Ranglistenspiele mit einem vernünftigen Wertungssystem bestritten und interaktiven Ligen beigetreten werden. Auch Ruckler und Slowdowns im Onlinespiel wurden größtenteils ausgemerzt, weshalb der Modus nahezu perfekt erscheint. Einziges Manko ist die fehlende 2vs2-Unterstützung.
Can you FIFA 08?
Neben dem Umfang des Titels, steht jedoch die Steuerung ganz klar im Fokus des Tests. Wohingegen auf Xbox 360, PS2 und PS3 mit dem üblichen Analogpad gesteuert wird, bedient man sich auf der Wii der innovativen Steuerung mit Wiimote und Nunchuck, welche zu Beginn des Spiels in einem ausführlichen Tutorial erklärt wird. So werden mit dem Joystick die einzelnen Spieler gesteuert, mit dem A-Knopf gepasst, dem B-Knopf in der Verteidigung angegriffen oder im Sturm Pässe in den Lauf gespielt, dem Z-Knopf gesprintet und mit dem C-Knopf Tricks ausgeführt. Der Bewegungssensor der Wiimote kommt dabei bei letzteren sowie dem Schuss, dem Einwurf, dem Kopfball/Volleyschuss, Ecken, Abstößen, Freistößen oder Grätschen zum Einsatz. Ein Schuss wird zum Beispiel durch das Bewegen nach unten angeschnitten, wobei die Geschwindigkeit der Handbewegung die Schusskraft und die Neigung des Controllers den Effet angibt. Beim Einwurf werden weiterhin Nunchuck und Wiimote authentisch über den Kopf gehalten und nach vorne geschwungen, Tricks werden beispielsweise durch Kreisen des Controllers in Verbindung mit dem C-Knopf ausgeführt; richtiges Timing ist indes bei Kopfbällen und Volleyschüssen gefragt.
Spielspaß auch für Nicht-Fußballer
Schön, dass Spieler denen die Steuerung zu komplex erscheint auf einen Family Play-Modus zurückgreifen können, in welchem die Bewegungen der Mannschaften komplett vom Computer übernommen werden und man lediglich mit der Wiimote Passen, Schießen und Grätschen muss. Dabei rückt die ausgesprochen gute KI in den Vordergrund, welche das Spiel sowohl im Sturm, als auch im Mittelfeld attraktiv gestaltet. Nur in der Verteidigung kann es ab und an zu Fehlpässen und missglückten Dribblings kommen, die dann wiederum schnell zum Torerfolg führen. Hier muss bis zum nächsten Jahr nachgebessert werden.
Insgesamt gesehen wirkt die Steuerung sowohl in den Fußballpartien als auch in den Minispielen sehr reif und geht gleichzeitig leicht von der Hand. Das Gefühl für diese entwickelt sich jedoch erst nach einigen gespielten Matches und so verringert sich schnell die „bewegungssensitive Fehlerquote“ – vor allen Dingen in den Minispielen. Positiv auf das Gameplay wirkt sich auch der Wechsel hin zur Längsansicht des Spielfeldes aus, wodurch der Spieler an Übersicht gewinnt. Leider scheint dadurch auch der Spielfluss erheblich langsamer und nicht selten fragt man sich warum der Ball bei einem Schuss gemächlich ins Tor wandert und der Torhüter diesem ebenso langsam hinterher hechtet.
Mittelmäßige Grafik und schwache Kommentatoren
In grafischer und soundtechnischer Hinsicht, bewegt sich FIFA 08 auf der Wii lediglich auf mittelmäßigem Niveau. Die Rasentexturen wirken ebenso wie die Zuschauer verwaschen und verpixelt, die Spielermodelle gleichen zwar ihren realen Vorbildern verfügen jedoch nur über wenig Detailreichtum und auch die Replays können lediglich mit einer suboptimalen Präsentation aufwarten. Dennoch wirkt die Grafik in jedem Fall angemessen und störende Ruckler und Slowdowns bleiben aus, auch wenn es ab und an zu kleineren Clippingfehlern bei der Spielerbewegung kommen kann. Realistischer Torjubel und authentische Bewegungen sowie Mimik und Gestik trösten jedoch über diesen Fehler hinweg. Die größte Schwachstelle dürfte mitunter das Kommentatorenduo, welches die Partien - wie jedes Jahr – mit unpassenden und teilweise zeitverzögerten Kommentaren, Fakten und Witzeleien untermalt. So werden Grätschen ins Leere oftmals als „gute Attacke“, langsam kullernde Schüsse als „Geschosse“ bezeichnet oder Spieler wie Ronaldinho, Robinho, Kaka oder Beckham selbst bei schlechten Spielen als wahre Fußballgötter gefeiert. Hier vermisst man das Feingefühl sowie die emotionale Komponente, wie sie beispielsweise bei englischen Kommentatoren ausgeprägt ist. Überzeugen kann indes die Soundkulisse, welches das Stadion zu einem Hexenkessel verwandelt und die Zuschauer lebendig und authentisch herüberbringt.
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