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Nach „Könige der Wellen“ versucht die nächste Videospielumsetzung einer Filmvorlage um die Gunst der Spieler zu buhlen. Diesmal dreht sich alles um eine kleine Ratte namens Ramy, die sich als echtes Leckermaul outet. Ob der Charme der Kinovorlage auf die Nintendo Wii transferiert werden kann? Wir haben dem tierischen Gourmet auf den Zahn gefühlt und verraten euch in unserem Review, ob ihr euch Ratatouille bedenkenlos auf die Speisekarte schreiben solltet.
Kleiner Koch - Große Küche
In Frankreich bricht die Rattenplage aus! Doch bevor ihr eurer französischen Küche die Hammelbeine lang zieht, sei erwähnt, dass es sich hierbei selbststrebend nur um ein fiktives Ereignis handelt. Grund für den Tumult ist die Ratte Remy, die sich selbst ganz Artgenossen-abstinent als wahrer Feinschmecker bezeichnet. Und welcher Ort empfiehlt sich in diesem Zusammenhang besser als die französische Küche? Als Remy bei der Kreation einer seiner Suppen mithilft, die daraufhin von den namhaftesten Restaurantkritikern hoch gelobt wird, setzt er einen wahnsinnigen Run in Bewegung, der ganz Paris ins Chaos stürzt. So erreicht er das Unmögliche, nämlich für immer seinem wahren Talent frönen zu können.
Jedoch sind die Mitarbeiter des Sterne-Restaurants dem ungebetenen Gast gegenüber nicht ganz so wohlgesonnen und würden Remy am liebsten mit der erhitzter Bratpfanne eins auf die Zwölf geben. Frei nach dem Motto „Kleiner Mann ganz groß“ sieht Remy die Abweisung der Küchenhilfen nicht ein und belästigt die Küchenschaft, wo er nur kann.
Im Abenteuer schlüpft ihr in die Haut des haarigen Kriechers und müsst ihr helfen, in der großen französischen Küche des Restaurants Einzug zu halten. Grundsätzlich versteht sich Ratatouille als waschechtes Plattform-Jump ´n Run, sprich ihr müsst bestimmte Plateaus erklimmen, Items einsammeln, auf hauchdünnen Seilen balancieren, Gegner mit Schwanzhieben verdreschen und Schalter aktivieren. Das Missionsdesign ist über das komplette Abenteuer hinweg äußerst altbacken und uninspiriert. Zwar könnt ihr euch innerhalb eines Areals frei bewegen und Missionen in beliebiger Reihenfolge absolvieren, doch müsst ihr oftmals zunächst eine bestimmte Anzahl Amulette für abgeschlossene Aufgaben ergattern, um die nächsten Aufträge in Angriff nehmen zu dürfen.
Fressen oder gefressen werden…
Nur ganz selten wartet der THQ-Titel mit lustigen Geistesblüten auf, wenn z.B. garstiges Getier mittels eines bunten Balls überrollt werden muss. Ansonsten werdet ihr konsequent durch gleiche Aufgaben gescheucht. Für ein wenig Verwirrung sorgt dabei die ungenaue Minikarte am unteren rechten Bildschirmrand. Obwohl man oftmals am Ziel zu sein scheint, befindet sich dieses doch eine Ebene über euch. Das Spiel greift euch leider nicht unter die Arme, sondern lässt euch im nassen Regen verharren. Mannigfaltig sind dahingegen die vielen unterschiedlichen Locations, in die euch Ratatouille entführt: Mal seid ihr in der stinkenden Kanalisation unterwegs, ein anderes Mal müsst ihr eure Flinkheit in dreckigen Hinterhöfen unter Beweis stellen oder ihr seid in der Kochnische unterwegs.
Aufgelockert werden die Aufgaben mit kleineren Minispielchen, die euch zum Beispiel vorschreiben, Kuchenstücken auszuweichen oder bei der Herstellung eines Menüs behilflich zu sein. Verpackt in einen kurzweiligen Reaktionstest, müsst ihr die beiden Analogsticks dazu benutzen, die jeweilige Zutat Rimini zu reichen. Bei erfolgreicher Absolvierung werdet ihr mit Schnittlauch, Tomaten, Kohlrabi & Co. belohnt.
An anderer Stelle solltet ihr wortwörtlich eure grauen Rattenfüßchen in die Hand nehmen, um vor argwöhnischen Köchen oder gefräßigen Hunden davon zu laufen. Auf eurem Fluchtweg helfen euch diverse Rampen und Gegenstände, um nicht erwischt zu werden. Löblich: Sämtliche, im Einzelspieler Modus freigeschaltete Minigames lassen sich anschließend mit bis zu vier Spielern an einer Konsole angehen. Da die Spielsessions aber schon nach wenigen Minuten an Reiz verlieren, ist es umso tragischer, dass es keine Online-Anbindung ins Spiel geschafft hat.
„ratte tuu ii“
Grafisch ist Ratatouille leider nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Die Charaktere wirken undetailliert, die Levelarchitektur beinahe öde und auch ansonsten bietet das Adventure keine hochkarätigen Höhepunkte. Dahingegen punktet die deutsche Lokalisierung, die euren Lippen dank typisch französischem Sprachdialekt den einen oder anderen Lacher abverlangt. Die deutsche Sprachausgabe stellt zugleich auch die nahezu einzige Lobeshymne auf Ratatouille dar. Im Hintergrund ertönt eine immerwährende Klaviermelodie, die den französischen Rahmen passend untermalt.
Die Steuerung mit Wiimote und Nunchuk funktioniert über weite Strecken recht gut. Während Remy mit dem Nunchuk durch den Level dirigiert wird, dient die Wiimote zur Gegnerbekämpfung, indem ihr sie schüttelt, und einem temporären Geschwindigkeitsrausch, den ihr mit gedrücktem Z-Button auslöst. Lediglich die Kamera-Perspektive lässt sich etwas umständlich justieren, da ihr zunächst den C-Knopf betätigen müsst und die Kamera trotzdem nicht immer optimal mitgeht.
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