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Wenn zwei Firmen zusammenarbeiten, um gemeinsam ein Produkt herzustellen, ist das völlig normal. Auch in Comics ist es nicht ungewöhnlich, dass zum Beispiel Spiderman (Marvel) zusammen mit Batman (DC) auf Verbrecherjagd geht. Bei Videospielen kommen solche „Crossover“ eher selten vor. In den letzten Jahren gab es zwar einige interessante Kooperationen, man denke nur an Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen oder Mortal Combat vs. DC Universe, ein Trend zu mehr Zusammenarbeit ist jedoch nicht erkennbar.
Lediglich Capcom sucht in unregelmäßigen Abständen den Kontakt zur Konkurrenz wie Marvel oder SNK. Tolle Beat 'em ups waren dann das Ergebnis. Eine für Europäer und Nicht-Mangakenner ungewöhnliche Allianz hat Capcom nun mit dem japanischen Traditionsstudio Tatsunoko geschlossen. Exklusiv auf der Wii prügeln sich in Tatsunoko vs. Capcom: Ultimate All-Stars bekannte Stars von Capcom mit eher unbekannten Kämpfern und Kämpferinnen von Tatsunoko. Herausgekommen ist ein grandioses Prügelspiel mit viel Tiefgang und Spektakel.
Tatsunoko wer?
Beat 'em ups lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: In die eine Gruppe stecken wir Spiele wie Soul Calibur 4 und Tekken 6, bei denen ihr euch relativ frei in alle Richtungen bewegen dürft, und in die andere Gruppe Spiele wie King of Fighters, wo ganz klassisch in 2-D gekämpft wird. Tatsunoko vs. Capcom: Ultimate All-Stars (TvC) zählt eindeutig zur zweiten Gruppe. Wie in Street Fighter 4 oder Marvel vs. Capcom 2 spielt sich das Geschehen auf festgelegten Ebenen ab, die ihr nicht verlassen könnt. Um den Vergleich mit Marvel vs. Capcom nochmal aufzugreifen: TvC ist in Sachen Spielprinz fast identisch.
Jeweils zwei Kämpfer treten zusammen gegen zwei weitere Kämpfer an und prügeln abwechselnd mit spektakulären und unglaublich effektreichen Schlägen, Tritten und zahlreichen Spezialangriffen aufeinander ein. Zur Auswahl stehen jeweils zehn Kämpfer aus dem Capcom- und Tatsunoko-Universum sowie versteckte Kämpfer, die ihr erst freispielen müsst. Für Capcom steigen unter anderem Ryu, Viewtiful Joe und Megamann Volnutt in den Ring. Die Ehre von Tatsunoko verteidigen Ken the Eagle, Casshan sowie Yatterman1.
Die Auswahl an Kämpfern hat uns bei der Capcom-Fraktion sehr gut gefallen, denn neben „All-Time-Favorites“ wie den Street Fighter-Recken haben es auch interessante Charaktere wie Frank West aus Dead Rising ins Spiel geschafft. Mein Liebling: Batsu, bekannt aus Rival Schools. Mit den Tatsunoko-Kämpfern konnten wir anfangs nichts anfangen, da wir die teils sehr abgedrehten Kämpfer schlicht nicht kannten. Trotz unseres Unwissens haben wir uns dann doch relativ schnell mit ihnen angefreundet, da jeder Fighter über einzigartige Merkmale, Eigenheiten und Stärken verfügt.
Team-Arbeit
Zurück zum Gameplay: Gesteuert werden eure Kämpfer wahlweise mit der Wiimote, der Wiimote und dem Nunchuk oder mit dem Classic / Gamecube Controller. Wir empfehlen euch mit einem der beiden Controller zu spielen. Erfreulicherweise funktioniert die Handhabe mit der Wiimote und dem Nunchuk aber auch sehr gut. Aktionen, beziehungsweise Schläge und Spezialattacken, werden ganz klassisch durch verschiedene Kombinationen mit den Tasten für leichte, mittlere und starke Angriffe ausgeführt. Ein Balken, der sich durch viele erfolgreiche Treffer auffüllt und mit dem ihr dann einen Bildschirm-füllenden Superangriff auf eure Feinde loslassen dürft, gibt es natürlich auch. Konterattacken, Deckungsbrecher und Angriffe zusammen mit eurem Partner bereichern des Weiteren das umfangreiche Kampf-Repertoire und verleihen TvC so die nötige Spieltiefe.
Profis werden somit ausreichend gefordert und auch „Newbies“ und Anfänger werden ihre Freude mit dem Spiel haben, da der Einstieg relativ leicht fällt. An die teils sehr hohe Spielgeschwindigkeit muss man sich jedoch erst gewöhnen. Ruhigeren Zeitgenossen wird das bunte Treiben anfangs sicher überfordern, dennoch raten wir allen Skeptikern sich auf den Grafikstil und das Tempo des Spiels einzulassen – Es lohnt sich!
Kabumm!
Insbesondere die Grafik ist einer DER Pluspunkte von TvC, denn hier stimmt fast alles. Wir zählen auf: Die Charaktere wurden liebevoll designt und animiert, die Levels sehen sehr schick aus und auch die Animation der Kämpfer wissen zu gefallen. Zwar kann sich TvC nicht mit Street Fighter 4 messen, bei der Darstellung der Super-Moves heißt es aber „nicht kleckern, sondern klotzen“, denn wer seinem Gegner mit einer Hyper-Kombo die Lebensenergie abzieht, wird mit einer grandios inszenierten Zwischensequenz belohnt, die einem ein diebisches Grinsen ins Gesicht zaubert. Passend zum bunten Treiben wird das Ganze noch durch einen stimmigen, jedoch sehr japanischen, Sound-Mix aus Jazz-Klängen, Punk-Rock, Techno und anderen fetzigen Melodien untermalt. Über den Sound kann man durchaus geteilter Meinung sein, wir finden die Musik klasse.
Weniger klasse aber dennoch gut ist die Auswahl an Modi. Vertreten sind der Arcade-, Survival- und Time Attack- und Modus. Einen versteckten Arcade-Modus, bei dem ihr zu viert einen simplen Shooter spielen dürft, einen Zweispieler-Modus sowie einen Trainigs-Modus findet ihr auch vor. Bei den Trainingseinheiten und auch während des Spiels gibt es eine sinnvolle Neuerung, denn die Liste mit allen Kampf-Moves ist jederzeit am oberen Bildschirm zu sehen. Nerviges Pause-Drücken, um im Menü die Aktionen nachzuschlagen, fällt somit weg.
Ansonsten bietet TvC nur noch Standartkost wie eine Galerie und einen Shop an, bei dem ihr nach erfolgreichen Kämpfen Kostüme und Artworks freischaltet. Mit einem negativen Kommentar wollen wir das Review jedoch nicht ausklingen lassen, sondern mit einem Lob. Dieses betrifft den Online-Modus. Hier könnt ihr wahlweise einen Freund zum Kampf einladen, euch online nach willigen Opfern umsehen, oder an Ranglisten-Turnieren teilnehmen.
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