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Nach etlichen Verschiebungen hat es Professor Layton mit „Das geheimnisvolle Dorf“ doch noch auf europäische Nintendo DS-Handhelds geschafft. Das Point and Click-Adventure von Level 5 kombiniert ein umfangreiches Rätselrepertoire mit Touch-Screen-Steuerung und handgezeichneten Hintergründen. Ob die Kopfnüsse die richtige Balance aufweisen oder aus alten Kinderbüchern gekramt wurden, erfahrt ihr in unserem Review.
Ein Toter und sein Geheimnis
Professor Layton ist auf dem Weg, auf dem Weg zum geheimnisvollen Dorf. Denn zusammen mit dem kleinen Luke ist er einem Erbschaftsgeheimnis auf der Spur. Baron Augustus Reinhold hat den Löffel abgegeben und mit ihm wurde das Geheimnis um einen wertvollen Schatz begraben. Sein Testament offenbart nämlich, dass er vor seinem Ableben den „goldenen Apfel“ im Dorf versteckt hat. Wer diesen Apfel findet, dem soll das gesamte Hab und Gut des verstorbenen Barons vermacht werden. Da aber weder klar ist, wo der Apfel steckt, noch was er überhaupt darstellt, tappen die Bewohner im Dunkeln. Die verwitwete Baronin Dahlia bittet daraufhin Professor Layton um Hilfe, der in der ganzen Geschichte ein noch dunkleres Geheimnis zu erkennen glaubt.
Rätsel wohin man auch geht
Das Spiel ist in mehrere Kapitel untergliedert, die allesamt mit Rätseln bepackt wurden, die die spannend erzählte Story vorantreiben. Diese wird in wunderschön in Szene gesetzten Zwischensequenzen präsentiert. Kaum hat man das Modul eingeschaltet, geht es im Intro auch schon mit dem ersten Rätsel los, was sich blamabel einfach lösen lässt. Die Angst um einfallslose Kinderrätsel ist aber unbegründet, denn die Kopfnüsse entwickeln sich mit der Zeit zu echten Herausforderungen und gestalten sich herrlich abwechslungsreich. Neben altbackenen Aufgaben mit Streichholzverschieben und Gewichtewiegen, erwarten euch zahlreiche Kombinations-, Mathematik- und Logikrätsel, die teilweise nur mit angelegten Skizzen zu lösen sind. Auch wenn sich die Rätsel nicht immer in die Geschichte einbinden, so machen sie den Reiz des Spiels aus.
Will euch die Antwort auf ein Denkspiel partout nicht einfallen, so könnt ihr auf bis zu drei Hinweise zurückgreifen. Diese werden aber nur mit sogenannten Hinweismünzen freigeschaltet, die sich überall in der wunderschön gezeichneten Spielumgebung finden lassen, aber rar gesät sind und daher klug eingesetzt werden sollten. Habt ihr die Knobeleien erfolgreich gelöst, erhaltet ihr dafür „Pikarats“, deren Anzahl sich je nach benötigten Hinweisen und dem Schwierigkeitsgrad ändert. Habt ihr genügend dieser Pikarats gesammelt, schaltet ihr Extras wie Konzeptzeichnungen und Tonbandaufzeichnungen frei.
Zwischen den Rätseln könnt ihr natürlich auch die Spielwelt frei erkunden und versteckte Hinweise, Rätsel und Hinweismünzen freischalten. Selbst das Gespräch mit einem Dorfbewohner kann zu einem Rätsel führen und euch wertvolle Pikarats einhandeln – Denkspiele warten praktisch an jeder Ecke und tragen wunderbar zur geheimnisvollen Atmosphäre des Titels bei.
Professor Layton und der Koffer
Der Koffer Laytons entpuppt sich als Spielmenü und –inventar. Hier findet ihr eine Übersicht aller gefundenen und gelösten Kopfnüsse, eurer Münzen und der Spieldauer. Rätsel lassen sich, sofern sie nicht zwingend zum Weiterkommen des Storypfades erforderlich sind, auch abbrechen. Wichtig ist nur, dass ihr an einer bestimmten Stelle des Spiels eine gewisse Anzahl an Aufgaben bewältigt habt; welche das sind, überlässt euch das Spiel. Alle Knobelaufgaben befinden sich neben dem Tagebuch und der Liste der Missionsziele ebenfalls im Koffer des Professors, wo sie auch später noch bezwungen werden können. Zudem bietet das Spiel eine freie Speicherfunktion – sehr löblich.
Wie es sich für ein klassisches Point and Click-Adventure gehört, sammelt ihr im Laufe des Spiels natürlich auch Gegenstände, wie z.B. Teile eines Gemäldes, die ihr zusammensetzen müsst, um feine Extras freizuschalten.
Schauen Sie mal, Professor!
Der kleine Luke ist kein Detektiv und daher im Denksport nicht so bewandert wie der Professor, weswegen euch dieser zwischen den Hauptaufgaben des Spiels auch das ein oder andere Rätsel stellt, wenn ihr das richtige Objekt in der Umgebung mit dem Stylus antippt. Apropos Stylus: Das Spiel unterstützt die Touch-Screen-Steuerung und überlässt euch somit die freie Kombinationswahl. Der obere Bildschirm zeigt während des Spielens die Übersichtskarte des Dorfes und offenbart somit eure möglichen Laufwege. Das Geschehen spielt sich auf dem unteren Bildschirm ab und sieht mit einer Mischung aus Anime und europäischem Zeichenstil nicht nur traumhaft aus, sondern wird mit professionellen englischen Sprechern auch noch fantastisch vertont. Diese kommen aber leider nur in Schlüsseldialogen des Spiels vor.
Kinder und Feinde der englischen Sprache brauchen aber keine Angst haben, das Spiel wurde komplett lokalisiert, nur auf eine deutsche Synchronisation wurde unverständlicherweise verzichtet.
Die spannend erzählte Handlung und die knobeligen Aufgaben lassen euch so schnell nicht den DS aus der Hand legen. Wer am Ball bleibt, dürfte allerdings trotzdem nicht mehr als 15 Stunden brauchen, um alles gesehen zu haben. Denn trotz der insgesamt über 130 Rätsel bietet das Spiel keinen Mehrspielwert, da der Reiz von doppelt gelösten Rätseln gleich Null betragen dürfte. Nichtsdestotrotz zieht der Titel aufgrund seiner sympathischen Charaktere in seinen Bann und spuckt euch erst wieder aus, wenn ihr das dunkle Geheimnis um den goldenen Apfel gelöst habt.
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